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Das Steinhauerdorf Schmie
 Autor: Metzger, Manfred  Kategorie: im Museum erhältlich  Herausgeber/Verlag: Evangelische Kirchengemeinde Schmie  Erscheinungsjahr: 1997  Seiten: 290  Sprache: Deutsch Tags:Ahnenforschung | Schmie | Blick ins Buch / Download
 Beschreibung:

(Ortssippenbuch)

Vorwort des Verfassers:

Kein stolzes Schloß und keine trotzige Burg beherrschen das hingeduckte Dörfchen auf der Höhe, keine Hochwohlgeborenen, Ritter und Minnesänger feierten rauschende Feste in weiträumigen Gärten. Nur die am Dorfrand vorbeiführende alte Heer- und Handelsstraße könnte die Geschichte durchmarschierender Soldaten, nachziehenden Gesindels und all des Leids, das sie über unser kleines Schmie ergossen, erzählen. Das nahe Kloster Maulbronn, unter dessen Schutz sich die meisten Bewohner als Leibeigene befanden, konnte wenig ausrichten, Man mußte sich selbst helfen, und so verrichteten sie ihre auferlegte Fron und tägliche Arbeit als Handwerker oder Kleinbauern, die die immer mehr zersplitternden ehemals großen Höfe bewirtschafteten. Reichtümer konnten hier nie erworben werden, Söhne und Töchter zogen in die Fremde, ihr Glück zu versuchen. Andere besannen sich auf die Schätze des Bodens und begannen, Steinbrüche anzulegen.

Erreicht man den Ortsrand in südwestlicher Richtung, bietet sich ein eigenartiges Bild. Festungsartig umsäumen große Schutthalden wertlosen Steinabfalles den Steilrand der abschüssigen Ebene. Bäume und Sträucher haben sich darauf angesiedelt und wer tiefer eindringt, entdeckt am Ende der Hohlwege die Reste verfallener Steinhauerhütten. Hohe Wände nackten Gesteins hemmen den Schritt. Still ist es hier geworden und ein wenig unheimlich. Wer die Augen schließt, hört noch den dumpfen Klang der Steinhauerknüpfel, das Knirschen des Spitzeisens im Gestein, das Wiehern der die behauenen Steine abfahrenden Pferde. Was waren das für Menschen, die hier ihr Brot verdienten?

Als hier in Schmie Geborener und den hiesigen Geschlechtern Entstammender wollte ich es schon früh wissen. Aber erst spät, nach langjähriger Erforschung der eigenen Familie, wagte ich mich an die Aufgabe. Immer mehr erkannte ich, daß alle alten Familien derartig miteinander verflochten sind, daß es eigentlich fast gleichgültig ist, welchen Namen man trägt. Warum die Menschen in diesem Dorf ihren ganz eigenen Charakter haben, „sehr fleißig“ seien, wie schon die alte Oberamtsbeschreibung sagt, aber auch verschlossen und mißtrauisch gegenüber allem Fremden und doch das Letzte teilend, hartnäckig jede Bevormundung durch die Obrigkeit ablehnend, wollte ich ergründen. Wer aufmerksam die Familien studiert, ihren Lebensweg und den ihrer Kinder nachempfindet, wer zwischen den Zeilen die Sorgen und Nöte erkennt, wird vieles über die Vergangenheit erfahren. Unsere Vorfahren sollen mit diesem Buch dem Vergessen ent-
rissen werden, jeder von uns kann den vielfältigen Verflechtungen nachspüren und letztlich sich selbst als Zwischenglied einer langen Geschlechterkette einordnen.

Diese Arbeit möge Ihre Wißbegierde wecken, Freude machen und Sie anregen, Ihre Vorfahren, bekannte Namen und neue Geschlechter, kennenzulernen.
Wie alles, was Menschen erfinden, erforschen oder niederschreiben, von Irrtümern begleitet ist, können sich bei der Vielzahl an Daten und Fakten auch in diesem Werk Fehler eingeschlichen haben. Ich bitte, gnädig mit mir umzugehen.

Manfred Metzger